Was treibt uns dazu, in Notlagen wegzusehen statt mitgefühl zu zeigen?
#1
Ich war letzte Woche in der Stadt unterwegs und habe gesehen, wie jemand offensichtlich in einer Notlage war. Ich bin einfach weitergegangen, wie fast alle anderen auch. Jetzt grüble ich die ganze Zeit darüber, warum das so ist. Dieser Moment der sozialen Gleichgültigkeit lässt mich einfach nicht los. Ich frage mich, ob das bei anderen auch so ein ungutes Gefühl hinterlässt, oder ob man das mit der Zeit einfach abstumpft.
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#2
Ich fühle mit dir. Dieses schleichende Grummeln danach trifft mich auch, wenn ich es nicht laut formuliere. Gleichgültigkeit macht sich breit, wenn man Zeuge wird und niemand reagiert. Dieser Gedanke bleibt und fragt nach der eigenen Menschlichkeit.
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#3
Vielleicht ist das kein klarer Fehler, sondern eine Mischung aus Schmerz, Gewohnheit und mentaler Schnelligkeit. Die Stadt lehrt uns, Überlebenslogik klingt oft lauter als Mitgefühl. Man reagiert nach Mustern, die sich in uns festgesetzt haben, und schon geht es weiter.
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#4
Vielleicht verdrehe ich es nur und nehme an dass alle kalt bleiben, weil es aussieht wie Routine. Vielleicht ist es aber wirklich schwer jemanden zu helfen, wenn man selbst unter Strom steht.
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#5
Der Bystander Effekt erklärt einiges doch er klingt zu wissenschaftlich um zu trösten. Wer bleibt schon stehen wenn tausend Augen an einem vorbei ziehen? Vielleicht ist es auch einfach Erschöpfung.
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#6
Vielleicht geht es weniger darum zu fragen warum andere nichts tun sondern darum wie sichtbar Not wird und welche Schritte wir wirklich wagen würden Was würde sich verändern wenn wir das anders sehen?
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#7
Vielleicht ist es nur ein schmerzlicher Spiegel der eigenen Bequemlichkeit und der sozialen Schwerkraft die uns halten will.
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