Ich sitze gerade über meinen Daten und frage mich, ob ich mit meiner Interpretation komplett daneben liege. Eigentlich wollte ich nur herausfinden, ob ein bestimmter Workshop einen Effekt auf die Motivation hat, aber jetzt habe ich zwei Gruppen, die sich in den Vorher-Werten so stark unterscheiden, dass ich das Gefühl habe, ich vergleiche Äpfel mit Birnen. Eine einfache Mittelwertdifferenz nach dem Workshop scheint mir irreführend. Wie geht man eigentlich damit um, wenn die Ausgangslage so unterschiedlich ist? Ich habe mal von einer Methode gehört, die mit Kovariaten arbeitet, aber ich bin mir nicht sicher, ob das hier der richtige Weg ist oder ob ich etwas Grundlegendes übersehe.
Du beschreibst eine Situation in der zwei Gruppen mit unterschiedlichen Vorwerten starten Das macht eine einfache Differenz nach dem Workshop oft irreführend Eine gängige Lösung ist die Kovariatenanalyse mit dem Vorwert als Kovariate und dem Gruppenstatus als Faktor Man prüft dann ob der Effekt konstant bleibt wenn man den Vorwert berücksichtigt Falls der Effekt vom Vorwert abhängt braucht man eine Interaktion oder man teilt die Stichprobe in Untergruppen So kommt man dem wahren Effekt näher ohne naive Vergleiche
Eine schnelle Alternative ist der Blick auf Veränderungswerte post minus pre Das reduziert die Baseline Verzerrung aber verschiebt das Problem auf die Verlässlichkeit der Messung des Pre Wertes Ein wichtiger Hinweis man sollte auch robuste Methoden oder gemischte Modelle in Erwägung ziehen
Vielleicht fragst du dich ob Kovariaten wirklich die richtige Lösung sind Vielleicht ist der Kern das die Ausgangslage eher eine Design frage ist als eine Analyse Frage Man könnte mit Matching der Baseline Werte beginnen oder mit einer Gewichtung nach dem Propensity Score um eine faire Gegenüberstellung zu erhalten
Vielleicht lohnt sich eine andere Perspektive wie die Idee der heterogenen Behandlungseffekte Also schauen wie verschiedene Untergruppen unterschiedlich reagieren statt einen Gesamt Effekt zu suchen Das eröffnet den Blick auf die Rahmenbedingungen des Workshops