Ich sitze gerade über meinem Depot und frage mich, ob ich vielleicht zu emotional an bestimmte Positionen gebunden bin. Seit ich vor ein paar Jahren mit dem Trading angefangen habe, merke ich, wie schwer es mir fällt, Verluste einfach laufen zu lassen. Stattdessen halte ich oft viel zu lange an Aktien fest, nur weil ich den Kaufpreis im Kopf habe. Das führt dann manchmal dazu, dass ich mir selbst im Weg stehe und bessere Gelegenheiten verpasse. Geht es noch jemandem so, dass die eigene Psychologie einen immer wieder einholt?
Ja das kenne ich gut. Du sitzt vor dem Depot und merkst wie dein Kopf dich bremst. Die Verlustaversion macht Verluste schmerzhaft und lässt dich an Positionen festhalten obwohl klar ist dass es besser wäre weiterzugehen.
Aus psychologischer Sicht gibt es mehrere Prozesse. Die Sunk Cost Falle und die Verlustaversion beeinflussen Entscheidungen oft stärker als die aktuelle Situation es vermuten lässt. Man kann versuchen klare Regeln zu definieren Trailing Stops oder feste Ausstiegskriterien zu verwenden und den Blick auf das Gesamtkonto zu richten.
Vielleicht geht es dir gar nicht nur um Emotionen sondern um Muster. Die Idee dass man Verluste einfach ignorieren will könnte eine Geschichte sein die dir auf dem Weg begegnet.
Ich frage mich ob das Problem wirklich bei dir liegt oder ob die Erwartungen an Renditen unfair sind. Vielleicht ist der Markt einfach schwer zu lesen und das permanente herumkrempeln von Positionen hat wenig mit deiner Psyche zu tun.
Was denkst du wenn man Verluste nicht bekämpft sondern als Signale benutzt?
Vielleicht ist es hilfreich ein Konzept zu hören das ich erst vor kurzem gelesen habe. Es nennt sich Positionsrahmenwerk und es geht darum vorab eine klare Grenze zu definieren wann eine Position geschlossen wird damit die Psyche weniger Einfluss hat.