Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel nachdenke. Neulich im Supermarkt hat mich eine ältere Dame nach dem Weg zur nächsten Apotheke gefragt. Ich wusste es, habe es ihr erklärt und sie hat sich bedankt. Aber dann ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich gar nicht sicher war, ob die Apotheke an der Ecke noch existiert, seit der Umbau. Ich bin einfach weitergegangen und habe mich den ganzen Tag gefragt, ob sie sie wohl gefunden hat oder ob sie vergeblich gesucht hat. So eine kleine Sache, und trotzdem beschäftigt sie mich.
Manchmal ist es einfach so. Nach einer kleinen Begegnung ziehen die Gedanken weiter. Du hast der Dame den Weg erklärt und ihr gedankt. Danach spürst du Zweifel daran, ob die Apotheke wirklich existiert hat oder ob es nur eine Erinnerung im Kopf ist. Dieses Nachdenken zieht sich durch den ganzen Tag.
Vielleicht ist dein Kopf ein neugieriger Detektiv der jede Spur aufsammelt auch wenn der Boden längst neu gepflastert ist. Du hast geholfen doch die Frage nach der Umbauarbeit schleicht sich hinein als würde falsche Sicherheit über der Realität schweben.
Vielleicht war sie wirklich nur auf der Suche nach der Apotheke und du hast ihr freundlich geholfen ohne zu merken dass du selbst an dem Umbaudetail zweifelst.
Was wenn diese eine Szene nur ein Spiegel ist in dem du lernst mit Unsicherheit zu leben?
Es klingt wie eine beiläufige Passage aus einem Alltagsroman in dem der Protagonist ständig zweifelt aber die Welt weitergeht.
Vielleicht lässt sich das thema neu rahmen statt es zu lösen.