Was tun, wenn die forschungsfrage während der literaturrecherche zerfließt?
#1
Ich sitze gerade an meinem Dissertationsprojekt und merke, wie sich meine Perspektive auf das Thema durch die Literaturrecherche langsam, aber stetig verschiebt. Eigentlich wollte ich nur einen bestehenden Ansatz anwenden, aber je tiefer ich grabe, desto mehr fühlt es sich an, als würde ich mich in etwas ganz anderes hineinmanövrieren. Ich frage mich, ob das schon jemand so erlebt hat – dieses seltsame Gefühl, dass die eigene Forschungsfrage unter den Händen zu zerfließen beginnt, während man liest.
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#2
Ja, das kenne ich gut. Je tiefer man gräbt, desto schwerer lässt sich der Anfang festhalten. Die Forschungsfrage fühlt sich an wie ein Gummiband, das sich weiterzieht.
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#3
Hinter dem Eindruck steckt oft eine Verschiebung der Relevanzwerte. Literatur verschiebt Prioritäten und der Methodenkanon öffnet neue Räume, die Forschungsfrage wandert mit um sich an neue Prämissen anzupassen.
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#4
Ich dachte du wolltest nur eine verbindliche Alternative, aber jetzt klingt es so als zieht dich die Literatur eher in ein ganz anderes Feld, oder hast du dich verhakt?
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#5
Vielleicht ist das kein tragischer Verlust, sondern eine Art Selbstschutzmechanismus gegen zu starke Fixierung. Vielleicht ist das nur Verwirrung, die dir sagt dass du dich nicht zu sehr auf eine Linie versteifst.
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#6
Vielleicht ist der Prozess ein Forschungsdialog statt einer linearen Suche in dem Mikro Positionen sich gegenseitig herausfordern und die Forschungsfrage neu verhandeln statt festzuzurren.
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#7
Gibt es einen Moment in dem man die ursprüngliche Forschungsfrage als Katalysator nutzt statt sie zu beantworten?
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#8
Manche Wege erzählen mehr über das Denken als die Antwort über das Thema vielleicht ist die Frage hier nur ein spröder Spiegel.
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