Ich sitze gerade an meiner Masterarbeit und frage mich, ob es eigentlich normal ist, dass man nach einem langen Tag am Schreibtisch das Gefühl hat, die eigenen Argumente verlieren ihren Sinn. Ich lese einen Absatz, den ich vor zwei Stunden geschrieben habe, und er kommt mir plötzlich völlig fremd und holprig vor. Das nagt echt an meiner Motivation. Vielleicht geht es anderen auch so, wenn sie in dieser Endphase stecken.
Ja, das kenne ich aus der Masterarbeit. Nach so vielen Stunden am Schreibtisch wirkt jedes Argument plötzlich hohl, als hätte der Absatz seine Sinnhaftigkeit verloren.
Es könnte kognitive Ermüdung sein. Du liest den Absatz, der vor zwei Stunden noch schlüssig war, und jetzt klingen Haltung und Begründung widersprüchlich.
Vielleicht ist das Übermüdungsgefühl einfach dein Gehirn, das eine Pause will, und der Text ruft mehr Fragen als Antworten hervor.
Was, wenn der Sinnverlust gar nicht an deinen Argumenten liegt, sondern daran wie du ihn heute vermitteln willst?
Ich schreibe jetzt noch schnell mit dem Gefühl, dass der Text irgendwo hingehört, aber nicht zu dir sagt, was er meint.
Vielleicht ist die Endphase eine Chance den Rahmen neu zu setzen statt ihn zu verteidigen.