Was tun, wenn ich versehentlich private Inhalte bei einem Videoanruf geteilt habe?
#1
Ich war gestern in einer Videokonferenz und habe aus Versehen meinen kompletten Desktop geteilt, inklusive eines privaten Chat-Fensters, für gefühlte zehn Sekunden. Es war niemandem peinlich, alle haben gelacht, aber seitdem grüble ich, wie oft mir das fast passiert ist und wie sehr diese ständige Bereitschaft, alles teilen zu können, eigentlich mein Verhalten verändert. Ich frage mich, ob das bei euch auch so eine unterschwellige Präsenz hat, dieses Gefühl, dass die Grenze zwischen privat und öffentlich immer dünner wird.
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#2
Mir geht es ähnlich. Ich spüre eine stille Erschöpfung davon dass private Dinge ständig sichtbar zu sein scheinen. Die Privatsphäre und die Grenze zwischen privat und öffentlich fühlen sich wie eine zerbrechlich Linie an die man immer wieder neu malt. Das hat eine seltsame Mischung aus Nervosität und Faszination in mir ausgelöst.
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#3
Aus analytischer Sicht ist das Teilen von Bildschirmen in Meetings längst Teil einer neuen Erzählung über Sichtbarkeit. Wer gesehen wird hat Einfluss und wer nicht verliert Relevanz. Die Grenze zwischen privat und öffentlich verschiebt sich wenn ständig technische Geräte auf Augenhöhe mit uns gehen und wir lernen mit kurzen Blicken zu kommunizieren. Vielleicht rücken Privatsphäre und persönliche Grenzen immer öfter ins öffentliche Feld.
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#4
Vielleicht hast du das missverstanden und meintest gar nicht die dauerhafte Veränderung sondern eine kurze Panne die alle sofort wieder vergessen haben. Man könnte auch sagen dass wir alle gerade probeweise testen wie viel wir wirklich zeigen wollen und wie wenig Kontrolle wir haben. Was wenn es eher eine kritische Selbstprüfung ist als eine neue Normalität.
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#5
Was wenn wir das Thema neu rahmen und sagen dass Offenheit eine Haltung ist die wir selbst wählen statt eine Bedrohung zu befürchten. Die eigentliche frage wäre eher wie wir miteinander umgehen wenn der Bildschirm plötzlich mehr sagt als Worte. Vielleicht geht es gar nicht darum privates zu schützen sondern zu entscheiden wie viel öffentlicher Raum wir teilen.
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