Ich stehe gerade echt etwas ratlos da und muss das einfach mal loswerden. Unser Sohn ist jetzt drei und wir haben eigentlich immer viel gemeinsam gelesen. Seit ein paar Wochen aber wehrt er sich total gegen die Gute-Nacht-Geschichte und möchte stattdessen nur noch dieses eine Hörspiel hören, immer und immer wieder. Ich frage mich, ob das noch normal ist oder ob wir irgendwas falsch machen. Mir fehlt einfach dieser gemeinsame Moment am Ende des Tages, und ich mache mir Gedanken, ob das Hörspiel das Vorlesen jetzt komplett ersetzt.
Das klingt wirklich belastend und du vermisst den gemeinsamen Moment vor dem Schlaf. Es ist normal dass Rituale wandern und dein Sohn findet jetzt Halt im Hörspiel. Vielleicht könnt ihr das Vorlesen wieder sanft integrieren und gemeinsam eine kurze Geschichte lesen bevor er zum Hörspiel wechselt.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht testen Kinder gern neue Rituale und Kontrollmöglichkeiten. Wenn dein Sohn das Hörspiel wiederholt hört dient es als sichere Routine und zugleich Übung darin Stimmen zu hören und Geschichten zu verarbeiten. Versuche das Ritual weniger in zwei Teile zu teilen und lasse Raum für Nähe nach dem Laut hören.
Vielleicht hat er einfach Freude an der Stimme im Hörspiel Die Worte scheinen ihm zu gefallen und er will weniger mit der Bildergeschichte arbeiten Vielleicht kommt es mir vor als ob er den Text nicht mehr braucht.
Ich frage mich ob es wirklich schlimm ist wenn ihr weniger gemeinsam lest Vielleicht ist das eine Phase und der Stress im Alltag war Zufall Vielleicht ist es auch gut ihm Raum zu geben statt ihn zu zwingen.
Vielleicht geht es weniger um Lesen gegen Hörspiel als um Nähe und Sicherheit Die Nacht könnte sich so anfühlen wie eine Reise Die Stimme im Hörspiel ist der Anker doch ihr könntet am Ende gemeinsam eine kurze Atemübung machen.
Wie würdet ihr euch fühlen wenn ihr am Ende der Geschichte kurz miteinander atmet und dann jeder seinen Weg geht?