Ich sitze gerade an meinem ersten größeren Review und frage mich, wie andere mit dem Gefühl umgehen, dass man als Nachwuchsforscher die Arbeit von etablierten Namen im Feld bewerten soll. Mir fehlt da manchmal der Mut, eine wirklich kritische Linse anzulegen, aus Sorge, etwas Wichtiges zu übersehen oder unfair zu sein. Besonders wenn die zitierte Literatur fast wie eine unantastbare Wand wirkt.
Ich kenne dieses drückende Gefühl nur zu gut es fühlt sich an als stünde man vor einer Wand aus Namen und müsste trotzdem etwas sagen
Aus wissenschaftlicher Sicht hilft es Kritik zu üben und klare Kriterien zu finden die unabhängig vom Namen sind etwa Methodik Datenqualität Reproduzierbarkeit Bias Erkennung
Vielleicht hörst du zu viel auf die Zitate Wand und glaubst dass das die einzigen messgrößen sind obwohl es auch um Ideenformen geht die im Text versteckt stehen
Wird die Frage selbst überhaupt sinnvoll wenn der Fokus auf etablierten Namen liegt?
Ich bleibe misstrauisch gegenüber der Annahme dass Autorenschaft die Kritik bestimmt und frage ob eine bodenständige Prüfung nicht wichtiger wäre als ein scheinbar unantastbarer Sockel
Vielleicht lohnt es sich den Review als Gespräch zu sehen in dem man Fragestellungen neu rahmt statt zuzustimmen und eine eigene Perspektive prozesshaft sichtbar macht