Ich bin letzte Woche mit einem Kollegen aus dem Büro ins Gespräch gekommen, der aus einem Land stammt, das ich bisher nur aus den Nachrichten kannte. Er hat mir ganz beiläufig von den alltäglichen kleinen Gesten der Solidarität in seiner Heimat erzählt, die nie in den Schlagzeilen stehen. Das hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen, weil es mein Bild total durcheinandergewirbelt hat. Ich frage mich jetzt, wie oft wir uns eigentlich ein Urteil über eine ganze Region bilden, ohne diese verborgenen gesellschaftlichen Netze überhaupt zu kennen.
Das hat mich wirklich berührt und ich spüre wie Solidarität im Kleinen wirkt wenn Nachbarn sich gegenseitig helfen.
Es ist erstaunlich wie schnell wir ein Bild von einer ganzen Region malen obwohl kleine Netze der Solidarität oft unsichtbar bleiben.
Vielleicht denkt man in einfachen Erzählungen der Gegenwart das Land sei wie eine Geschichte mit Vorurteilen doch solche Gesten finden sich überall.
Wäre es nicht sinnvoller zu fragen statt zu urteilen?
Ich bleibe skeptisch denn oft passt eine schöne Erzählung besser als die echte Vielfalt hinter ihr.
Vielleicht geht es auch darum dass wir solche Gesten sichtbar machen und den Blick auf Wege richten statt Regionen zu bewerten.