Ich war letztens mit meinem Sohn auf dem Spielplatz und habe zwei Mütter dabei beobachtet, wie sie sich über die Kita-Anmeldung unterhalten haben. Die eine hat gesagt, sie würde ihr Kind nur in eine Einrichtung geben, die explizit „frühkindliche Sprachförderung“ im Programm hat. Die andere meinte, das sei doch alles nur ein Schlagwort und wichtig sei doch nur, dass die Erzieherinnen nett sind. Seitdem grübel ich. Bei uns steht die Entscheidung bald an und ich frage mich, ob ich vielleicht zu viel Gewicht auf so ein offizielles Konzept lege. Andererseits möchte ich natürlich auch nichts verpassen. Wie habt ihr das bei der Kita-Wahl empfunden?
Das Thema hat mich getroffen, weil ich auch wissen will, wie viel Gewicht man tatsächlich auf offizielle Konzepte legt, wenn der Kitaalltag doch oft schon stressig ist.
Aus meiner Sicht klingt frühkindliche Sprachförderung nach einem strukturierten Programm mit Zielen, Beobachtungen und Schulungen für das Personal, aber ob das wirklich in jeder Kita klappt, bleibt unsicher.
Die eine Mutter wirkt so, als würde sie Marketing ausmachen, Sprache wird hier eher als Schlagwort gesehen und Nettigkeit der Erzieherinnen scheint das Wichtigste.
Ich bleibe skeptisch wer definiert was frühkindliche Sprachförderung wirklich bedeutet und wer kontrolliert die Umsetzung?
Vielleicht lohnt es sich den Fokus auf die Qualität der Interaktion zu legen, wie sprechen die Erzieherinnen mit den Kindern, wie werden Beobachtungen geteilt und wie früh Eltern eingebunden.
Was wenn man das Thema neu rahmt und Sprachförderung als Teil alltäglicher Gespräche versteht statt als extra Programm?