Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich echt umtreibt. Wir haben unserem Produkt vor einigen Monaten einen neuen Namen gegeben, der viel besser zu unserer Vision passt. Jetzt merke ich aber, dass unsere langjährigen Kunden in den sozialen Medien immer noch den alten Namen verwenden, wenn sie über uns sprechen. Irgendwie fühlt es sich an, als würden zwei separate Gespräche laufen. Ich frage mich, ob wir zu schnell gehandelt haben und ob dieser Bruch in der Kommunikation der Marke auf Dauer schadet.
Das macht mich ehrlich nachdenklich. Es wirkt wie zwei Gespräche zugleich der alte Markenname und der neue. Die langjährigen Kunden reden noch vom alten Namen und das schafft eine seltsame Zerrissenheit in der Wahrnehmung. Vielleicht hilft es am Anfang beide Namen zu nennen und eine Brücke zu bauen doch diese Brücke muss stabil bleiben. Die Frage ist ob der Bruch dauerhaft ist oder ob sich der Ton mit der Zeit anpasst.
Analytisch betrachtet spricht vieles dafür dass der Namenswechsel funktioniert wenn die Kommunikation konsequent angepasst wird. Der neue Markenname sollte in Produkttexten und im Support auftauchen damit sich die neue Geschichte verankert. Die alten Bezüge bleiben in den sozialen Medien hängen das ist keine Schande sondern eine Chance beide Geschichten zu verbinden. Man könnte eine segmentierte Ansprache testen und sehen wie die Reaktionen ausfallen damit Missverständnisse vermieden werden und die Marke kohärent bleibt.
Man sagt der Markenname ist nur ein Signal vielleicht überbewertet man das brisante Thema. Die Produkte funktionieren auch unter dem alten Namen. Wenn die Kunden zufrieden sind und die Werte stimmen wird der neue Name irgendwann zu einem Stilmittel. Allerdings entsteht dieser Eindruck von zwei Welten und das kann verwirren. Vielleicht ist es nur eine Phase die sich legt oder vielleicht bleibt der Konflikt dauerhaft.
Eine andere Sichtweise wäre den Fokus zu verschieben und statt eines Namenswechsels die Markenarchitektur zu prüfen. Vielleicht geht es nicht darum welcher Name vorne steht sondern wie die Kommunikation die Werte transportiert. Man könnte beide Namen in einer klaren Heuristik verwenden zum Beispiel in Einführungen und dann den alten Namen mit einer Brücke zeigen. So bleibt die Erinnerung erhalten und die neue Vision wird sichtbar.
Ich bin skeptisch und vorsichtig. Ob dieser Bruch langfristig schadet hängt doch von der Kundenerfahrung ab. Wenn die User mit dem alten Namen vertraut sind und die neue Vision nicht greifbar ist verliert man Vertrauen. Aber vielleicht lenkt zu viel Fokus auf den Namen vom eigentlichen Produkt ab. Am Ende zählt das Verhalten der Kunden und nicht die Bezeichnung.
Vielleicht lohnt es sich den Blick zu weiten und die Frage neu zu formulieren. Was wenn der Streit um Namen bloß ein Spiegel dafür ist dass wir noch zu wenig von der neuen Vision erzählen? Statt zu entscheiden ob der alte oder neue Name besser ist könnte man die Narrative neu denken und den Dialog mit den Kunden enger führen. Ein leichter Reframe könnte helfen ohne zu einer eindeutigen Antwort zu kommen.