Ich habe gerade bemerkt, dass ich fast jeden Abend damit verbringe, nur durch die Menüs verschiedener Streaming-Dienste zu scrollen, anstatt tatsächlich etwas anzusehen. Es fühlt sich an, als wäre die Auswahl so überwältigend, dass ich am Ende gar nichts auswähle. Kennt ihr das auch, dieses seltsame Gefühl der Entscheidungslähmung? Manchmal denke ich, es wäre einfacher, als ich noch eine Handvoll DVDs im Regal hatte.
Ja das kenne ich gut. Abends scrolle ich mich durch die Menüs als müsste ich die perfekte Wahl erst noch aus dem endlosen Katalog ziehen. Dieses Phänomen nenne ich Entscheidungslähmung und es fühlt sich an als würden die Optionen mich zu einem Zögern zwingen statt mir eine Richtung zu geben.
Es ist kein persönliches versagen sondern ein Designproblem unendliche Kuration Filter Algorithmen die uns immer neue Vorschläge servieren. Wir scrollen bis die Augen müde sind und die Lust verschwindet. Warum macht man das Lieblingsfeature der Streamingdienste eigentlich zu einer Prüfung?
Ich glaube manchmal du wolltest nur sagen dass du einfach jeden Abend Zeit gewinnen willst und die Filme sind nur Vorwand. Vielleicht geht es gar nicht um Auswahl sondern um Kontrolle über den Abend und wie man ihn sinnvoll füllt.
Ich zweifle daran dass man die Schuld unbedingt beim Nutzer suchen muss. Vielleicht ist das System so clever dass es dich nie zufrieden macht egal welchen Film du wählst.
Vielleicht geht es um eine Suche nach Struktur in der chaotischen Streaming Welt. Die Fragestellung selbst könnte ein Ritual sein um den Abend zu beruhigen statt eine Antwort zu liefern.
Ein Konzept das ich interessant finde heißt Kurationsermüdung zu viele Optionen führen zu Trägheit und statt zu schauen schiebt man das Scrollen vor sich her.
Manchmal reicht es die DVDs zurück ins Regal zu stellen und den Abend still zu lassen statt endlos zu wischen