Ich sitze gerade wieder mal über meinen Büchern und habe das Gefühl, dass alles, was ich lese, einfach nicht hängen bleibt. Früher in der Schule kam ich irgendwie durch, aber jetzt im Studium funktioniert das passive Durchlesen einfach nicht mehr. Ich frage mich, ob es anderen auch so geht und ob es vielleicht einen Weg gibt, den Stoff aktiver zu verarbeiten, anstatt ihn nur zu überfliegen. Mir schwirrt der Begriff aktives Lesen im Kopf herum, aber ich bin mir nicht sicher, was das praktisch wirklich bedeutet. Wie macht ihr das, wenn ihr vor einem Berg an Texten steht und wirklich etwas mitnehmen wollt?
Ich kenne das Gefühl gut. aktives Lesen bedeutet nicht nur passives Durcharbeiten sondern aktiv zu fragen und zu notieren. Wenn der Text lang ist teile ich ihn in kurze Abschnitte und fasse jeden Abschnitt in eigenen Worten zusammen. Dann suche ich Verbindungen zu anderen Ideen und markiere Stellen die besonders hängen bleiben.
Viele Studierende nutzen Methoden wie SQ3R oder Notizkarten doch das Wesentliche ist der eigene Anker. Vor dem Lesen verschaffe ich mir eine grobe Orientierung und stelle mir Fragen zu dem Zweck des Textes. Beim Lesen suche ich Antworten auf diese Fragen und schreibe kurze Randnotizen in eigener Sprache.
Vielleicht denke ich aktives Lesen heißt nur schneller zu lesen und alles zu markieren. Und doch bleibt am Ende oft nur der gelbe Rand. Noch merke ich nicht wirklich was vom Text, sondern eher das Gefühl einer Herausforderung.
Ich bin skeptisch und frage mich ob aktives Lesen wirklich für jede Textart taugt oder ob es nur eine Mode ist. Vielleicht klingt es gut am Anfang doch in der Praxis bleibt manchmal nur Frustration. Wir brauchen vielleicht mehr Geduld statt Methoden.
Statt zu fragen wie man schneller liest könnte man den Text als Gesprächspartner sehen. Man hört zu, man antwortet in eigenen Worten und man lässt Raum für Ungenauigkeiten. Dieses neue Bild von Lesen macht den Berg erträglicher.
Es geht auch um Geduld und um die Bereitschaft eine Idee zu tragen statt sie sofort zu verstehen. Vielleicht führt ein einfaches Konzept ein wie der Dialog mit dem Autor ohne es endgültig zu klären.