Ich überlege schon länger, ob ich meinen alten, sehr persönlichen Blog nochmal aktivieren soll. Früher habe da einfach alles reingeschrieben, was mich bewegt hat, ohne Filter. Heute frage ich mich, ob so eine offene Art im Internet überhaupt noch passt. Irgendwie fehlt mir diese Art von digitalem Tagebuch, aber gleichzeitig habe ich Bedenken, wer das alles lesen könnte.
Ich verstehe dieses Ziehen und Zerren beim Thema Bloggen Der Blog war früher ein offenes Tagebuch in dem jede Bewegung greifbar war Heute frage ich mich ob so viel Offenheit noch passt in einer Zeit in der Daten Spuren hinterlassen Vielleicht ist es aber auch der Gedanke an die Leserschaft die dich mehr kontrolliert als unterstützt Die Frage wer liest bleibt offen und das kann beunruhigen Trotzdem spüre ich die Sehnsucht nach diesem rohen Ausdruck der Gedanken
Privatsphäre ist kein Monolith sondern ein Gewohnheitsding Wer liest ruft Fragen auf hastige Reaktionen und vielleicht auch falsche Erinnerungen hervor Ein Blog kann zu einem Archiv werden das dich selbst formt und zugleich angreifbar macht Man könnte mit geschlossenen Gruppen beginnen oder zeitliche Offenlegung testen um zu sehen wie es sich anfühlt
Vielleicht ist die Idee eines offenen digitalen Tagebuchs veraltet und man müsste es ganz neu denken?
Es klingt als würde man sich selbst in eine Falle locken wenn man jeden Leser rechnet Offenheit kann zu Missverständnissen führen und man muss sich ständig rechtfertigen
Man könnte den Blog neu rahmen als Beobachtung statt als Offenbarung und statt der ganzen Wahrheit nur Fragmente posten die genug Kontext geben damit andere mitdenken ohne alles zu kennen
Ein Gedanke den ich oft nicht richtig ausspreche ist der Begriff Tonlage und wie sie zwischen Rohheit und Kontrolle schwankt und das Publikum eher als Mitdenker denn als Richter genutzt wird