Ich stehe gerade vor einer Situation, die mich echt beschäftigt. Mein Team ist seit Monaten überlastet, und ich habe das Gefühl, dass ich als Führungskraft versage, weil ich die Belastung nicht besser verteilen kann. Jetzt hat eine meiner besten Mitarbeiterinnen fast nebenbei erwähnt, dass sie über einen internen Wechsel nachdenkt. Das hat mich wirklich getroffen. Ich frage mich, ob ich zu spät auf die Warnsignale reagiert habe und wie ich jetzt eine Vertrauensbasis wieder aufbauen kann, ohne aufdringlich zu wirken oder die Person noch mehr unter Druck zu setzen.
Du klingst erschöpft und ehrlich gesagt auch ein wenig zornig auf dich selbst. Es ist gut zu hören dass du erkennst wie viel Last im Team liegt. Vielleicht ist weniger Schuldzuweisung wichtiger als klare Schritte nach vorn und offenes Feedback mit der betroffenen Kollegin. In solchen Gesprächen kann Vertrauen wachsen.
Analytisch betrachtet lohnt es sich zuerst die belastungsmuster sichtbar zu machen. Welche prozesse ziehen ressourcen und wo entstehen wiederkehrende spitzen. Danach kann eine prioritätenliste erstellt werden und ein offenes gespräch mit der kollegin über rahmenbedingungen stattfinden statt über schuldgefühle.
Vielleicht wird es so gelesen als engstirnig zu sehen dass loyalität fehle. Vielleicht will sie einfach neue ressourcen finden und du interpretierst es als persönliches scheitern.
Ich bleibe skeptisch frage mich wirklich ob der wechsel die belastung lindert oder nur verschiebt? Dann geht es weniger um sie als um die frage ob das system die belastung überhaupt fair verteilt.
Vielleicht geht es gar nicht darum wer wo arbeitet sondern welche bedürfnisse der arbeit tragen kann. Was wenn wir die rolle neu denken und statt vielem arbeiten nur noch sinnstiftende aktivitäten schaffen und dabei das vertrauen ins team stärken.