Ich habe letzte Woche mit meinem Sohn gesprochen, der jetzt in einer anderen Stadt studiert. Er erzählte, dass er und seine Mitbewohnerin beschlossen haben, ihre gesamte Haushaltsführung durch eine App zu organisieren, von Einkaufslisten bis zum Putzplan. Das hat mich nachdenklich gemacht. Irgendwie fühlt es sich für mich seltsam an, dass selbst das private Zusammenleben jetzt so durchdigitalisiert wird. Ich frage mich, ob wir damit nicht etwas verlieren, was früher vielleicht selbstverständlicher war – diese kleinen, ungeplanten Gespräche beim Zusammenräumen oder beim gemeinsamen Kochen. Andererseits verstehe ich auch, dass es den Alltag erleichtern kann, besonders wenn alle viel beschäftigt sind. Ich bin unsicher, ob ich das nur romantisiere oder ob da wirklich ein Stück zwischenmenschliche Nähe auf der Strecke bleibt.

