Ich sitze gerade hier und höre den Soundtrack zu "Der Pate" und es macht mich irgendwie nachdenklich. Ich habe letztens eine alte DVD von mir gefunden, "Die letzten Glühwürmchen", und als ich sie angeschaut habe, ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie sehr die Filmmusik von Joe Hisaishi die ganze Stimmung trägt, ohne sich aufzudrängen. Das hat mich gefragt, ob es bei anderen auch so ist, dass sie einen Film oft erst durch die Musik richtig emotional erleben. Manchmal denke ich mir, ob die Bilder alleine überhaupt so stark wirken würden.
Musik begleitet Filme wie ein stiller Atem der Bilder und macht die Stimmung greifbar Wenn eine Melodie einsetzt steigt hinter dem Bild eine zweite Ebene hervor und plötzlich wirkt die Szene zarter und dringlicher zugleich
Vielleicht ist es weniger die Musik als unser Gedanke der sie zu so viel macht Oft wirkt ein Bild auch stark allein doch die Melodie vergrößert die Kanten wir lesen das Gleiche aus dem Tonfluss der uns mitnimmt
Vielleicht ist Filmmusik kein Zauber sondern eine Entscheidung des Schnitts Die Bilder tragen ohnehin eine Spannung in sich und die Musik nur eine Bestätigung die uns erinnert zu fühlen
Was wenn der Reiz des Films nicht an Musik hängt sondern daran wie Stimmen Raum geben Atmosphäre sinnvoll nutzen und Bilder in unseren Kopf weiterdenken lassen Man könnte auch fragen ob das Geräusch der Stille stärker wirkt als alles was klingt