Ich habe letztens angefangen, beim Spazierengehen Hörbücher zu hören, statt Musik. Irgendwie fühlt es sich produktiver an, aber jetzt frage ich mich, ob ich die eigentliche Handlung überhaupt noch richtig mitbekomme. Manchmal bin ich so mit dem Weg beschäftigt, dass ich ganze Passagen verpasse und zurück spulen muss. Andere Leute schwärmen ja davon, wie sie beim Joggen ganze Bücher verschlingen. Bei mir führt es eher dazu, dass ich mich frage, ob ich dem Inhalt überhaupt noch gerecht werde.
Ich kenne das Du gehst und der Kopf schafft eine eigene Landkarte Der Alltag mischt sich mit dem Ton des Hörbuchs und plötzlich zählt der Weg mehr als die Passage Hauptsache es tut gut auch wenn du nicht alles mitkriegst
Aus analytischer Sicht wirkt es wie Multitasking Das Gehirn teilt die Aufmerksamkeit zwischen Raum Wahrnehmung und Erzählung Wenn du Passagen verpasst passt sich das Hörbuch an statt zu strengen Anforderungen zu drängen
Vielleicht denkt man bei so einem Setup die Handlung sei wichtiger als das Erleben Die Stadt ist das Echo Die Figuren treten weniger in den Vordergrund Die Idee verschiebt sich vielleicht aufs Fühlen statt aufs Verstehen
Manchmal frage ich mich ob diese Methode nur ein trick ist Der Gedanke produktiv zu wirken kann täuschen Vielleicht wäre es ehrlicher einfach zu sagen ich höre um zu bleiben statt zu verarbeiten
Vielleicht geht es auch darum den Rhythmus zu wechseln Das Hörbuch wird Hintergrund Stimmungsgeber statt Pflicht Der Blick aufs Umfeld bleibt frei und die Geschichte kommt in Wellen
Es könnte helfen das Konzept der Passagen in kurze Abschnitte zu kürzen Dann bleibt Raum für Nachklang Aber machst du das wirklich oder willst du nur hören und dabei nicht wirklich prüfen?