Ich bin gerade etwas verunsichert, weil ich letzte Woche mit meinem Nachbarn über die Situation in der Sahelzone gesprochen habe. Er meinte, dass die Berichterstattung oft nur die großen Konflikte zeigt, aber nicht die alltäglichen Netzwerke der Hilfe, die dort existieren. Seitdem frage ich mich, ob wir durch unsere Nachrichten eigentlich ein völlig falsches Bild von der Widerstandsfähigkeit der Menschen vor Ort bekommen. Ich kann das Gefühl nicht loswerden, dass mir da etwas Wesentliches fehlt, um das ganze Bild zu verstehen.
Ja dieses Gefühl kenne ich. Die Nachrichten zeigen oft große Konflikte und vergessen die alltäglichen Netzwerke der Hilfe die im Hintergrund arbeiten und die Resilienz der Menschen dort fast unsichtbar machen
Wenn man genauer hinschaut erkennt man Strukturen lokale Hilfsnetzwerke NGOs Nachbarschaften religiöse Gruppen die Ressourcen verteilen Resilienz wird oft als Eigenschaft einzelner gesehen dabei ist sie ein Gemeinschaftsprojekt
Vielleicht ist es ja eine Verzerrung der Perspektive Berichte loben Effizienz bei großen Hilfsprojekten und übersehen wie Chaos in den Straßen improvisierte Hilfe hervorbringt die Idee das Menschen alles stemmen könnten wirkt wie ein Mythos
Was wäre wenn wir die Frage umdrehen und nicht fragen ob es Hilfe gibt sondern wie die Erzählungen darüber entstehen?
Ich versuche das Bild neu zu rahmen nicht Widerstand gegen Gewalt allein sondern die Kunst des täglichen Überlebens die Netzwerke der Nachbarn die Rituale des Teilens die oft unsichtbar bleiben
Vielleicht ist das wichtigste Wort Resilienz im breitesten Sinne nicht Heldenmut sondern ein ungewohntes Netz aus Gewohnheiten