Ich sitze gerade an einem neuen Stück und habe mir vorgenommen, diesmal wirklich nur mit meiner Stimme und einem Loop-Pedal zu arbeiten. Es fühlt sich an, als würde ich mich selbst neu kennenlernen, aber ich hänge total an einer Stelle fest. Ich habe diese eine Melodie, die sich einfach nicht richtig einfügen will, egal wie oft ich die Schichten verschiebe. Manchmal frage ich mich, ob ich zu verkopft rangehe und dem Ganzen einfach nicht genug Raum zum Atmen gebe.
Es fühlt sich an als hättest du eine Tür aufgestoßen und hinter ihr wartet ein stiller Sturm deiner Stimme. Die Frustration knirscht und doch schimmert irgendwo der Funke Neugier durch.
Die Sache klingt analytisch. Layer für Layer verdichten den Raum und wenn der Loop zu eng wird fehlt der Atem den der Groove braucht.
Vielleicht geht es gar nicht darum die eine Melodie zu retten sondern darum wie sich der Klang beim Verschieben verändert vielleicht ist das der eigentliche Zweck dass sich die Melodie irgendwann selbst neu erfindet.
Eine Frage bleibt offen ob die Melodie überhaupt eine klare Linie bleiben muss oder ob sie als Klangzustand auftreten könnte der sich im Loop frei entfaltet
Ich bleibe skeptisch, vielleicht ist der Druck etwas Perfektes zu finden nur Projektion was wenn der Reiz darin liegt gerade nichts Festes festzuhalten und den Raum dazwischen zu feiern