Ich habe in letzter Zeit viel mit Aquarell gearbeitet, aber ich komme einfach nicht von diesem Gefühl los, dass meine Landschaften irgendwie flach und leblos wirken. Besonders wenn ich versuche, diese weichen, atmosphärischen Übergänge im Hintergrund hinzubekommen, wie man sie in alten chinesischen Tuschemalereien sieht, wird alles schnell matschig. Ich frage mich, ob ich zu sehr an der Kontrolle klebe und ob es einen Weg gibt, mehr von dieser losen, fließenden Essenz in meine Arbeit zu bringen, ohne die ganze Präzision aufzugeben.
Ich kenne dieses drängende Gefühl. Die Landschaften sollen leben doch oft wirken sie flach wie eine stille Wasseroberfläche. Vielleicht brauchst du mehr Luft im Bildraum mehr Atmung zwischen Himmel und Bergkamm. Beim Aquarell wird es leiser wenn du den Fokus loslässt und der Pinsel dem Wasser folgt statt du alles vorschreibst.
Technisch gesehen helfen zwei dinge. Erstens viel wasser und zeit damit die farbe fließen kann statt nachzuziehen. Zweitens planst du helle und dunkle Bereiche in der Distanz und lässt die Kanten weicher werden. So entsteht Atmosphäre ohne Matsche.
Du denkst an chinesische Tusche als stille monochromie. Dabei geht es dort um Rhythmus und unvollständigkeit, nicht jeder Bereich muss scharf sein. Lasse Stellen offen, wo der Pinsel nicht bis zum Rand geht und beobachte wie der Raum atmet.
Was wenn loslassen nur ein hype ist. Vielleicht braucht es eher eine klare Zielsetzung und Mut zu verzichten statt immer mehr Lockerung. Vielleicht klappt es besser wenn du eine Skizze machst und danach sparsam Farbe aufträgst.
Es könnte helfen das Thema zu verschieben statt Landschaft als Bild im Zentrum zu sehen. Ich frage mich ob Raumgefühl die eigentliche Idee ist. Du könntest eine Fläche als Illusion benutzen und die restlichen Formen als Klang für die Atmosphäre sehen damit es nicht matsch wird.
Hast du schon versucht den Hintergrund selektiv zu verdünnen und danach mit einem breiten Strich den Rest zu verbinden?