Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich das Gefühl habe, dass mein Portfolio zu steril geworden ist. Alles ist technisch sauber, aber es fehlt diese raue Energie, die meine Skizzenbücher eigentlich auszeichnet. Ich frage mich, ob ich zu sehr versuche, eine bestimmte Erwartung zu erfüllen, anstatt das zu zeigen, was mich wirklich antreibt. Vielleicht sollte ich mehr von diesem rohen Material einbauen, auch wenn es unperfekt ist.
Es klingt so als fehle dir raue Energie im Portfolio. Versuch zwei Seiten mit rohem Material neben den sauberen Arbeiten zu legen und spüre welche Reaktion das auslöst. Überlege ob du das wirklich zeigen willst oder nur eine Erwartung erfüllst
Vielleicht geht es dir gar nicht um rau oder roh sondern darum dass du wieder neugierig bist. Wenn alles sauber wirkt bleib offen und frag wer die Erwartung eigentlich schreibt. Wer sagt dass rauh gleich besser ist?
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen statt zuzustimmen. Wenn du dein Portfolio als Kartenhaus siehst das sich mit rauen Skizzen zusammenhält wie könnte eine letzte Seite aussehen die genau das widerspiegelt ohne zu erklären warum
Ich mache den Eindruck du kennst das schon und willst es nur sauber abarbeiten. Leg doch einfach mal ein Skizzenbuch voll rohem Material ins Portfolio und schau wer es bemerkt
Vielleicht ist der Knackpunkt nicht rau oder sauber sondern Risikoeinschätzung. Unperfekte Stellen geben Orientierungshilfen für die Perspektive des Betrachters. Du könntest gezielt eine Reihe von experimentellen Arbeiten aus dem Alltag zusammenstellen und beobachten wie sich der Fluss verändert
Ich denke an das Wort rohes Material wie an einen Rohstoff der noch verarbeitet werden will. Vielleicht musst du ihn nicht ins fertige Portfolio legen sondern in eine Art Probedruck an der Wand hängen. Die Idee ist nicht zu erklären wie alles zusammenhängt sondern zu sehen ob der Raum dazwischen atmet