Ich stehe gerade vor einer Frage, die mich umtreibt. Seit ich vor einigen Monaten angefangen habe, bewusst mit meiner Kamera die Stadt zu erkunden, habe ich das Gefühl, meine Bilder wirken alle irgendwie gleich. Sie zeigen interessante Details oder Momente, aber es fehlt ihnen die Tiefe, die ich eigentlich suche. Ich frage mich, ob ich zu sehr auf das Offensichtliche fixiert bin und ob es einen Weg gibt, die verborgenen Geschichten hinter den Fassaden besser sichtbar zu machen. Vielleicht liegt es auch an meiner Herangehensweise.
Ich verstehe dich, das klingt frustrierend. Wenn die Stadt dir wie eine Ansammlung scharf abgegrenzter Details vorkommt, liegt die Tiefe oft im Kontext der Momente neben dem Offensichtlichen. Vielleicht hilft es, weniger zu suchen und mehr zu verspüren, kurz stehen zu bleiben, die Perspektive zu wechseln und zu schauen, welche Geschichte sich hinter dem Offensichtlichen versteckt.
Analytischer Ansatz. Mache kleine Serien zu einer einzigen Idee, zum Beispiel drei Perspektiven auf ein Tor, drei Spiegelungen, drei Lichtstimmungen. Bleibe bei einer einfachen Komposition und lasse das Nebeneinander im Bild auftauchen, was vorher nicht aufgefallen ist.
Vielleicht suchst du nach Geschichten, aber Fassaden erzählen eher eine Atmosphäre als echte Handlungen. Du könntest der Dramaturgie aus dem Weg gehen und stattdessen Texturen, Geräusche, Gerüche, den Wind in der Nische erfassen.
Skeptisch könnte man sagen, dass es daran liegt, dass du zu höflich zu deinen Fehlern bist. Vielleicht ist der Druck irgendwo eine Bedeutung finden zu wollen, die wirklich zu viel ist.
Vielleicht hilft es die Kamera als Fenster zu sehen das mal schließt und mal öffnet und die Stadt als Partner statt als Motiv. Was passiert wenn du die Kamera auf eine Idee statt auf ein Motiv fokussierst?