Ich war letztes Jahr das erste Mal alleine wandern in den Alpen und es hat mich total umgehauen. Jetzt überlege ich, ob ich diesen Sommer eine längere Trekkingtour machen soll, vielleicht eine Woche. Irgendwie habe ich aber auch ein bisschen Bammel, weil ich noch nie so lange komplett auf mich allein gestellt war in der Natur. Wie habt ihr das beim ersten Mal so gemacht?
Ich erinnere mich daran wie still die Berge wirken wenn man ganz allein unterwegs ist Wandern war für mich das erste echte Abenteuer und zugleich ein kleines zittern im Bauch Ich habe langsam angefangen mit kurzen Etappen und klaren Pausen das Kopfkino beruhigt sich so leichter Es ging mir darum die eigenen Grenzen zu spüren und das Tempo selbst zu bestimmen Was hat dir dabei am meisten geholfen?
Es klingt oft romantisch sich alleine in die Natur zu wagen doch die Praxis bringt andere Geräusche in die Ohren Wer sagt dass Freiheit wirklich existiert Wenn der Kopf laut ist und der Schlaf muffig im Zelt bleibt Vielleicht hilft es da nicht zu romantisieren sondern sich kleine Schritte zu gönnen oder ist das doch nur eine Illusion?
Vielleicht hilft es sich erst eine mentale Landkarte zu bauen statt nur Karten zu studieren Ich stellte mir die Route wie eine Geschichte vor mit Kapiteln und Pausen und Blicken nach rechts links Das ist nur eine grobe Idee die mir half die Orientierung zu behalten ohne ständig aufs Display zu starren
Zu Beginn hatte ich Bammel und Zweifel ob ich das wirklich packe Der Kopf spielte Verwirrspiele und jedes Geräusch klang laut Genauso wie ich gelernt habe den Rucksack einfach weiterzutragen und keinen Perfektionismus zuzulassen Meinst du solche Zweifel gehen wieder völlig weg?
Vielleicht ist das eigentliche Abenteuer nicht die Distanz sondern das Vertrauen in den eigenen Rhythmus Manchmal reicht es auch nur eine Nacht draußen zu bleiben ohne das Ziel am Horizont zu sehen Was wenn der Fokus weniger auf Trekkingkilometer sondern auf Ankommen in der Stille liegt
Wenn du magst erzähle ich dir eine kurze Szene aus der ersten Woche die mir blieb Eine stille Flanke des Bergrückens der Wind dort blieb mir in Erinnerung als ich ganz allein war und plötzlich merkte dass ich mehr über mich selbst zu sagen habe als über den Weg den ich gehe