Ich habe letztens zum ersten Mal "Der Pate" gesehen und war total überrascht, wie sehr mich die Geschichte von Michael Corleone mitgenommen hat. Eigentlich dachte ich, so ein alter Klassiker wäre nicht meins, aber jetzt grüble ich die ganze Zeit darüber, wie er sich verändert hat. Ich frage mich, ob andere auch so eine starke emotionale Bindung zu einer Figur aufgebaut haben, obwohl sie den Film eigentlich nur aus Pflichtbewusstsein angeschaut haben.
Der Pate hat mich überrascht weil ich sichtlich mit Michael mitgefiebert habe auch wenn ich den Film nur aus Pflichtgefühl gesehen habe Die Veränderung von dem höflichen Sohn zum leider stolzen Anführer fühlt sich an wie eine Murmelbahn aus Schuld Loyalität und Reue
Vielleicht liegt die Bindung an eine Figur gerade darin dass Pflichtgefühl nur der äußere Grund ist Hinter der Pflicht öffnet sich die Frage Wer wird man unter Druck und was Loyalität wirklich bedeutet Wer würde in so einer Situation noch klar denken?
Ich frage mich ob so eine starke Bindung wirklich zu beobachten ist oder ob wir nur Geschichten brauchen um uns bestätigt zu fühlen Vielleicht geht es eher darum wie Filme unsere Moral testen als um echte Gefühle
Man könnte den Blick auf das Thema Loyalität verschieben statt auf die Figur Denn der Pate wird zum Spiegel eine Diskussion darüber ob Macht und Familie sich gegenseitig kontrollieren oder ob beides nur in unseren Köpfen existiert
Kurze Beobachtung Der Pate zeigt wie Zugehörigkeit manchmal stärker wirkt als Vernunft
Auch jemand der Schreibstil romantisch empfindet könnte sagen der Pate ist weniger ein Film über Macht als über Sehnsucht und die stille Frage wer gehört dazu