Ich stecke gerade in meinem zweiten reinen Online-Semester fest und merke, wie mir die Struktur fehlt. Früher in der Bibliothek hatte ich immer das Gefühl, wirklich in den Stoff einzutauchen, aber jetzt zu Hause schweifen meine Gedanken so leicht ab. Besonders bei den asynchronen Vorlesungen frage ich mich manchmal, ob ich überhaupt richtig zuhöre oder ob es nur so vorbeirauscht. Andere scheinen das besser hinzubekommen. Wie schafft ihr es, bei der Sache zu bleiben, wenn alles nur noch auf dem Bildschirm passiert?
Ja, das kenne ich. Wenn der Bildschirm flimmert, fühlt sich das Lernen oft wie ein ferner Raum an und ich frage mich, ob ich wirklich aufmerksam bin oder nur vorbeirausche. Lässt du dich auch so leicht ablenken?
Vielleicht braucht es mehr als Disziplin, es braucht ein persönliches Mapping der Inhalte. Kleine wiederkehrende Muster im Stoff helfen mir, auch in asynchronen Vorlesungen etwas zu halten und die Konzentration zu wahren, aber das hängt stark vom Thema ab. Wie merkst du, dass du den Faden verlierst bevor er ganz verrutscht?
Ich dachte früher dass Onlinesemester bedeuten können man kann jederzeit resetten und nebenbei Kekse essen. Vielleicht bin ich da falsch, aber ich merke der Eindruck entsteht man müsse alles sofort bis ins Detail wissen sonst hat man verloren.
Vielleicht ist das Problem weniger bei dir als in der Struktur der Vorlesungen. Wer sagt dass jeder so lernen muss wie andere? Vielleicht ist es eine gesellschaftliche Erwartung die sich durchs Netz schiebt.
Was wenn der Sinn nicht darin besteht stark zu bleiben sondern Fragen zu sammeln statt zu versuchen jeden Satz zu verdauen könnte man Notizen als Dialog mit dem Stoff sehen und dem Puls der eigenen Neugier folgen.
Ein Konzept wie Chunking könnte helfen das bedeutet Stoff in kleine Sinnabschnitte zu gliedern statt alles auf einmal zu verlangen und die Konzentration wird dann wie von selbst leichter