Ich habe letztens wieder mal eine meiner alten Superhelden-Sammlungen durchgeblättert und dabei ist mir etwas aufgefallen. Früher habe ich die ganzen Crossover-Events mit ihren endlosen Verweisen und Handlungssträngen geliebt, aber jetzt fühlt sich das Lesen manchmal mehr wie Arbeit an. Ich frage mich, ob ich einfach aus der Phase rausgewachsen bin oder ob sich die Art, wie diese großen Events erzählt werden, irgendwie verändert hat. Es fühlt sich an, als müsste man ein Studium absolvieren, um noch mitzukommen. Geht es noch jemandem so, dass er sich von den großen Continuities überwältigt fühlt?
Ja mir geht es genauso, die alten Crossovers hatten eine klare Linie und jetzt wirkt es oft wie ein Epos das man studieren muss um mitzukommen. Manchmal brennt noch Neugier aber oft bleibt der Eindruck dass man zu viel gleichzeitig lesen muss
Vielleicht liegt der kern im modell der Kontinuitäten der Serienproduktion. Mehrere Autoren mehrere Handlungsfäden und immer wieder Retcons das macht es schwer eine einfache Lesereihenfolge zu behalten und es fühlt sich wie ein dichtes Netz an auch wenn man nur sehen will was passiert in den Continuities
Ich frage mich ob das wirklich eine universelle Erscheinung ist oder ob ich einfach weniger Zeit habe. Vielleicht ist es nur Timing und jeder zweite Titel fühlt sich wie Pflichtlesen an
Ich glaube du willst wissen ob man wirklich alle Verweise braucht. Für mich klingt das wie eine Anleitung zu lesen statt wie eine Geschichte oder vielleicht hast du einfach vergessen wie man eine einzelne Figur neu erlebt. Oder ist das Lesen einfach eine Kunstform für sich?
Vielleicht ist es sinnvoll Kontinuität als Collage zu sehen statt als durchgehenden Faden. Bruchstücke einzelner Serien bilden ein Bild das man selbst zusammensetzt
Ja kenne ich ich lese heute selektiv und lasse den Rest offen. Vielleicht ist dein Tempo wichtiger als die Vollständigkeit