Manchmal frage ich mich, ob ich mit meiner Art zu zocken einfach falsch liege. Ich habe eine kleine, feste Gruppe, mit der ich seit Jahren spiele, und das ist eigentlich mein liebster Abend in der Woche. Aber seit einiger Zeit spüre ich diesen leisen Druck, dass wir uns mehr in der Gaming-Community engagieren sollten, mehr Leute kennenlernen, Events beitreten. Für die anderen klingt das total spannend, aber ich mag es einfach, dass es unsere kleine, vertraute Runde ist. Ich will eigentlich nichts ändern, aber fühle mich dann wie ein Bremsklotz. Geht das noch jemandem so?
Ja, das kenne ich. Man sitzt gemütlich am Zockenabend mit der vertrauten Gruppe, und dieser leise Druck von außen hört sich erst mal spannend an, bis er wie eine kalte Brise durch den Raum zieht. Ich mag die Ruhe der kleinen Runde auch sehr, und die Vorstellung, alles zu erweitern, fühlt sich oft schneller an als echte Begeisterung. Vielleicht ist da einfach ein Rhythmus in der Luft, der nicht verändert werden will.
Der Druck kommt nicht aus der Luft, sondern aus Erwartungen. Eine feste Gruppe hat eine Identität, und neue Events würden das Zocken in der Gruppe verändern. Es ist wie eine Abwehrreaktion gegen Veränderung, und das hat oft nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern mit Sicherheit.
Ich dachte anfangs, ihr sollt mehr Leute kennenlernen und mitmachen, aber ehrlich gesagt klingt es, als würdest du eher den sicheren Ort suchen, den ihr schon habt, gegen den Strom der Community Propaganda. Merkst du, dass du dich manchmal wie ein Bremsklotz fühlst?
Vielleicht ist das was du als Druck spürst nur eine Erinnerung daran, dass Gruppen wachsen wollen, oder dass du dich selbst verändern musst, damit die anderen glücklich sind. Wer braucht schon eine Community, wenn man zwei oder drei Rituale hat?
Vielleicht geht es nicht um Zuschauen oder Mitmachen, sondern darum, wie man Grenzen setzt. Zocken kann ein Anker sein, aber die Welt da draußen ist laut. Das neue Konzept will nur angedeutet werden, nicht erklärt.
Kurz gesagt, du musst nicht schuld sein, wenn du die kleine Runde magst. Es ist okay, den eigenen Takt zu haben.
Was wäre, wenn das größte Geschenk eurer Runde genau darin besteht, dass niemand den anderen drängt?