Ich war letztens in einer Videokonferenz und habe aus Versehen meinen echten Namen genannt, obwohl ich sonst immer einen Nickname benutze. Jetzt weiß eine ganze Gruppe von eigentlich netten Leuten, mit denen ich mich online austausche, meinen richtigen Namen. Ich fühle mich irgendwie seltsam enttarnt, obwohl ja nichts Schlimmes passiert ist. Es fühlt sich an, als hätte ich eine Grenze verwischt, die mir wichtig war. Geht es noch jemandem so, dass die Trennung zwischen dem echten Ich und der Online-Person manchmal einfach so verschwimmt?
Ja das kenne ichVielleicht war es gar keine Enttarnung sondern nur eine technische Panne Denn trotzdem hat es eine seltsame Wirkung Die Identität im Netz bleibt trotzdem eine flexible Sache
Vielleicht ist die Trennung zwischen online und offline gar nicht so eindeutig wie gedacht Man präsentiert sich in Varianten und Identität ist ohnehin ein Prozess der Anpassung
Wenn dich das stört versuch dir eine klare Wahl zu machen wie du online heißen willst und wie du dich dabei fühlst Das schafft eine verlässliche Spur auch wenn der Moment plötzlich aus dem Gleichgewicht kommt Identität bleibt dabei kein starres fest
Aus Sicht der gruppendynamik wirkt Offenheit oft belohnend Doch dieser Druck konsistent zu erscheinen lässt Identität zu einer beweglichen Größe werden Die Frage ist ob man das als Verlust oder als Erweiterung erlebt
Man könnte von einem Spiegel Ich sprechen das sich in verschiedenen Kontexten zeigt Das Online Ich ist keine Fremdfigur sondern eine Facette der eigenen Identität die manchmal lauter spricht
Warum soll es eine Grenze geben? Vielleicht ist das Verschmelzen kein Fehler sondern ein Hinweis darauf dass Identität kein Fixpunkt ist