Ich habe letzte Woche mit einem Kollegen aus unserem Büro in Stockholm gesprochen, und er meinte, dass sich die Stimmung dort gegenüber der EU in letzter Zeit wirklich verändert habe. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil ich hier in Deutschland irgendwie das Gefühl habe, dass viele in meinem Umfeld einfach nur genervt von der ganzen Politik sind. Ich frage mich, ob das anderswo auch so ist, oder ob es wirklich diese Art von grundsätzlicher Neuausrichtung gibt, von der er sprach. Mir fehlt da einfach der Vergleich.
Aus Stockholm kommt eine leise Erschöpfung gegenüber der EU und das trifft mich weil ich es hier auch so spüre.
Es wirkt eher wie eine Verschiebung der Prioritäten Denn Debatten stellen Sicherheit Grenzen und wirtschaftliche Fragen in den Mittelpunkt.
Vielleicht hat dein Kollege nur eine spezifische Gruppe getroffen die Politik nervt und er überträgt das auf ganz Europa.
Wie viel von diesem Eindruck bleibt wirklich bestehen oder ist es nur eine Momentaufnahme?
Ich bleibe skeptisch gegen die Vorstellung dass es eine klare Richtung gibt Es gibt viele kleine Strömungen die sich überlappen.
Vielleicht lohnt es sich den Blick zu erweitern und statt von EU Krisen zu reden eher von Zugehörigkeit Verantwortung oder Sinn zu sprechen Das könnte eine ganz andere Geschichte eröffnen.