Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich etwas verunsichert. Nachdem ich über die letzten Jahre einen kleinen Betrag in einen breit gestreuten Welt-ETF gesteckt habe, überlege ich nun, einen Teil davon in eine Einzelaktie umzuschichten, die mich persönlich wirklich überzeugt. Irgendwie fühlt sich das aber an, als würde ich gegen die eigene Regel verstoßen, niemals alles auf eine Karte zu setzen. Vielleicht geht es anderen hier ähnlich, die von der Streuung in eine konkrete Überzeugung wechseln wollten.
Das fühlt sich an wie eine Mutprobe, als würde ich die eigene Regel durchbrechen und doch zugleich etwas Richtiges sehen. Streuung hat mir bisher Sicherheit gegeben, jetzt rückt eine einzelne Überzeugung ins Zentrum.
Aus analytischer Sicht ist eine Einzelaktie eine konzentrierte Risikoquelle, gleichzeitig kann sie langfristig belohnt werden wenn der Überzeugung Wert zugeschrieben wird. Die Frage ist wie stark die persönliche Risikotoleranz durch Streuung gemessen wird.
Vielleicht sagst du dir, dass Streuung nur eine Zahlenspielerei ist und persönlichen Geschichten weniger Raum lässt, dabei geht es doch beides um Vertrauen und Geduld in unterschiedliche Entwicklungen.
Vielleicht lohnt es sich die Fragestellung neu zu fassen statt nur zu entscheiden ob man in eine Einzelaktie wechseln soll. Könnte der Kern das Entscheidungsprozess selbst sein und nicht die Richtung des Investments?