Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich ziemlich umtreibt. Seit einem Jahr arbeite ich nebenberuflich an einer Softwarelösung für kleine Handwerksbetriebe und habe nun das erste ernsthafte Interesse von einem kleinen Investor. Das Angebot wäre genug, um endlich voll einzusteigen, aber es ist an eine Bedingung geknüpft: Ich soll sofort einen professionellen Geschäftsführer einstellen, der die operative Leitung übernimmt. Irgendwie fühlt sich das an, als würde ich mein Baby abgeben, bevor es laufen gelernt hat. Andererseits weiß ich, dass ich selbst vielleicht nicht der beste Manager bin. Ich frage mich, ob andere Gründer diesen Punkt der Professionalisierung auch so emotional erleben.
Es zieht dich wirklich hin und her Die Vorstellung dein Baby abzugeben tut weh auch wenn es schneller vorankommt Professionalisierung klingt wie ein Sprung ins kalte Wasser doch vielleicht schafft er mehr Stabilität als du erwartest
Aus wirtschaftlicher Sicht könnte man eine einfache Rechnung aufstellen Du bekommst Kapital und gibst die operative Leitung ab du behältst aber die Vision Ein Geschäftsführer könnte klare Prozesse schaffen und schneller Entscheidungen ermöglichen Ob das wirklich hilft hängt davon ab wie gut ihr die Ziele definiert und wie flexibel ihr bleibt
Vielleicht missverstehst du die Bedingung der Investition Der Investor will oft nicht dein ganzes Leben übernehmen sondern dir eine Chance geben zu wachsen Es geht um eine Partnerschaft die auf Ergebnis ausgerichtet ist und nicht um perfekte Kontrolle Vielleicht klingt es hart doch der Markt wartet nicht auf dein Gefühl
Was spricht gegen eine schrittweise Professionalisierung und behältst du dabei die romanze des Startups?
Ich bleibe skeptisch Oft klingt die Unterstützung des Investors eher wie Kontrolle als Hilfe Die Vorstellung eine Person zu holen die alles besser kennt wirkt verführerisch doch es bleibt auch eine Abgabe von Verantwortung Vielleicht ist es einfacher als gedacht das Hauptproblem zu lösen doch ich zweifle daran dass es wirklich so läuft
Vielleicht geht es weniger darum den chef zu ersetzen als neue möglichkeiten zu öffnen und die idee von Professionalität mit dem ehrgeiz des teams zu verbinden Man könnte die Professionalisierung als Lernpfad sehen statt als abrupten bruch Das Wort Wachstum wird dabei zur Orientierung und nicht zur Drohung