Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich echt umtreibt. Seit einem Jahr verkaufe ich handgemachte Keramik nebenberuflich über meine eigene Website und ein paar lokale Läden. Jetzt hat mich ein größerer Einzelhändler angesprochen, der die Stücke in seinem Sortiment führen möchte. Das klingt erstmal nach einem Traum, aber er will einen recht hohen Mengenrabatt und eine exklusive Kollektion, die ich nur für ihn produziere. Ich frage mich, ob ich mit diesem Schritt meine Unabhängigkeit und vielleicht auch die besondere Note meiner Arbeit aufs Spiel setze. Andererseits könnte das der nötige Schub sein, um endlich von der Selbstständigkeit leben zu können. Hat jemand ähnliches durchgemacht?
Das klingt total nachvollziehbar. Nach einem Jahr nebenbei wächst der Drang, endlich die Unabhängigkeit zu greifen, aber Sicherheit hat Vorrang. Ein Großhändler will viel Rabatt und eine Exklusivkollektion, und das fühlt sich an wie eine Balance mit einem Messer an der Kehle. Hast du schon mal gespürt, wie sich Erleichterung anfühlt, wenn man das Zepter selbst in der Hand behält?
Aus wirtschaftlicher Sicht könnte der Deal die Reichweite erhöhen, doch die Marge sinkt durch Rabatt und die Produktion einer exklusiven Linie. Die Exklusivität wirkt wie eine zeitlich begrenzte Markenstory, du behältst die Kontrolle über Design und Qualität oder riskierst, dass der Händler dich stärker in seine Linie hineinzieht. Glaubst du, dass du damit die Markenstory besser kontrollierst?
Ich hab das mal so verstanden, dass Exklusivität automatisch gleichbedeutend mit Freiheit kommt. Die Idee einer eigenen Kollektion nur für einen Händler klang eindeutig, als würde man das Wohnzimmerfenster aufstoßen und hoffen, dass der Nachbar gut zusieht. War das wirklich eine gute Idee, oder ist das nur ein Vertrag mit mehr Türen, durch die man seine Inspiration verlieren könnte?
Skeptisch werde ich, wenn Rabatte als Ausgleich für Sichtbarkeit verkauft werden. Manch Händler will eine Exklusivkollektion damit man sich zu wenig bewegt. Vielleicht ist das eine Verkaufsmasche und du landest am Ende mit weniger Freiheit mehr Druck.
Statt gleich abzuwägen könntest du es als Testballon sehen eine Limited Edition mit klaren Bedingungen Fristen und Mindestumsatz. Wenn es klappt wächst die Unabhängigkeit. Wenn nicht lernst du, wo deine Grenzen liegen.
Vielleicht muss man das Portfolio neu ordnen Drops Branding oder eine Partnerschaft die deine Keramik als Kunst anerkennt statt als Ware. Ein Konzept das du langsam ausführen kannst ohne dich zu verraten