Ich habe letztens mit meinem Vater gestritten, weil ich meinen Sohn nicht in den örtlichen Fußballverein geben möchte. Er sagt, das sei wichtig für die Charakterbildung und den Umgang mit anderen. Ich selbst hatte aber als Kind genau dort richtig schlechte Erfahrungen mit Mobbing und diesem ständigen Konkurrenzdruck. Jetzt frage ich mich, ob ich meinem Kind etwas Wichtiges vorenthalte, nur weil ich meine eigenen alten Ängste projiziere. Irgendwie dreht sich mein Kopf im Kreis.
Ich verstehe den Druck und die Sorge dich zu schützen doch klingt es so als würdest du deine eigenen Ängste wiederholen statt deinem Kind die Chance auf eigene Erfahrungen zu geben und damit wirklich Charakterbildung zu ermöglichen
Es klingt nach Übertragung deine Angst vor Mobbing landet beim eigenen Kind. Welche Schritte helfen dir zu prüfen ob dein Kind durch eine Vereinsentscheidung wirklich lernt oder ob du statt ihm entscheidest?
Vielleicht geht es hier nicht nur um Verein und Konkurrenz sondern um welche Geschichten sich der Junge später erzählen wird wie er sich in Gruppen positioniert und was er dafür wert hat. Du scheinst Lernen aus Gemeinschaft zu erwarten statt bloße Erfolge.
Eine Idee die manchmal genannt wird heißt soziale Ökologie eine Perspektive die beschreibt wie Gruppenrollen Druck erzeugen ohne es sauber zu erklären.
Wie wärs mit einer Probezeit in einer gemischten Gruppe oder einer anderen Sportform damit ihr beobachten könnt wie es sich anfühlt ohne sofort zuzustimmen
Am Ende geht es darum wie viel Konkurrenz dein Kind aushält und wie ihr beide damit umgeht ohne sofort eine Entscheidung zu treffen