Ich bin in einer ziemlich evangelikalen Gemeinde aufgewachsen, und seit ich studiere, hat sich mein Glaube stark verändert. Ich frage mich manchmal, ob das, was ich jetzt noch glaube, überhaupt noch als christlich gelten würde. Vor allem, wenn ich sehe, wie viel Halt und Sicherheit der traditionelle Glaube meiner Familie ihnen gibt. Ich wünschte, ich könnte darüber mit jemandem sprechen, ohne gleich in eine Schublade gesteckt zu werden.
Ich höre dich und den Schmerz dass sich dein Glaube wandelt. Der Gedanke an Sicherheit aus der Tradition kann stark wirken und doch lässt er dich mit offenen Fragen zurück. Vielleicht ist es kein Sieg oder Scheitern sondern ein langsames Ausloten dessen was dir heute Sinn gibt.
Aus der sicht eines analytisch eingestellten lesers lässt sich der wandel des Glaubens als neuordnung der prämissen sehen. Erfahrungen verschieben fragen und setzen den rahmen neu wer glaubt was gott heute bedeutet. Du musst nicht sofort eine fertige antwort haben.
Vielleicht ist die frage ob christlich noch gilt eine falsche frage die dich eher in eine schublade drängt als nützt?
Was wenn der begriff glaubensgemeinschaft nichts festes festlegt sondern eine beziehung ist die sich wandeln darf und in der auch widerspruch willkommen ist
Manche denken dass sicherheit durch regel gilt und andere dass ehrlich zweifel weiterführen. Am ende geht es um das leben das du weitergestalten willst und nicht darum sofort alle zu überzeugen
Vielleicht rahmst du das thema neu indem du den fokus von wer richtig hat auf wie menschen gemeinsam leben setzt und dabei den garten des zweifels pflegst