Ich habe letztens mit einem Freund darüber gesprochen, wie seltsam es sich anfühlt, wenn man eine Serie oder einen Film aus seiner Kindheit nach Jahren wieder ansieht und plötzlich Dinge bemerkt, die einem damals völlig entgangen sind. Bei mir war es diese eine Zeichentrickserie, die ich geliebt habe. Jetzt, als Erwachsener, erkenne ich auf einmal diese subtilen, fast schon hintergründigen gesellschaftlichen Kommentare, die da eingewoben waren. Das hat mich echt zum Nachdenken gebracht – ob die Macher damals eigentlich ein erwachseneres Publikum im Blick hatten oder ob wir das nur heute so hineininterpretieren. Irgendwie fühlt es sich an, als hätte ich die Hälfte der Geschichte damals gar nicht wirklich verstanden. Geht das nur mir so?
Ja das kenne ich genau. Wenn ich eine Kinderserie aus der Kindheit wiedersehe fallen mir plötzlich subtilere Botschaften auf die Jahre davor unbemerkt blieben und ich frage mich ob das Absicht war oder nur meine heutige Brille.
Vielleicht ging es den Machern damals weniger um Kunst als um Werbung für die Eltern und das Muster wirkt heute wie eine versteckte Botschaft die wir hineindeuten.
Ich bin mir nicht sicher ob solche Beobachtungen wirklich objektiv sind oder ob unser Gehirn einfach Muster sieht wo keins war.
Vielleicht geht es weniger um Absicht der Macher sondern um wie Erinnerung funktioniert und wie unser gegenwärtiges Verständnis neue Muster entdeckt.
Manchmal merke ich erst später wie eine Szene heute ganz anders wirkt und dabei neugierig macht.
Was wenn wir die Geschichte nicht als fix sehen sondern als offenes Archiv das sich bei jedem Blick neu sortiert