Wie erkenne ich, wann ein kreatives projekt wirklich fertig ist?
#1
Ich habe in letzter Zeit so viel Zeit am Bildschirm verbracht, dass ich das Gefühl habe, meine Hände vergessen zu haben. Also habe ich angefangen, mit Ton zu arbeiten, einfach nur um etwas zu formen, ohne großen Plan. Es ist seltsam beruhigend, aber ich stecke jetzt irgendwie fest. Ich habe diese eine Vase, an der ich wochenlang herumdoktere – sie ist nie wirklich fertig und ich frage mich, ob ich sie einfach in Stücke schlagen und von vorne anfangen sollte. Das fühlt sich so endgültig an, aber sie einfach weiter rumstehen zu lassen, macht auch keinen Spaß. Geht es euch manchmal auch so, dass ihr nicht wisst, wann etwas wirklich "fertig" ist?
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#2
Das klingt beruhigend und zugleich frustrierend. Wenn du eine Vase seit Wochen formst merkst du wie langsam die Form wächst und wie schwer es ist zu sagen ob sie jemals fertig wird.
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#3
Vielleicht geht es nicht darum fertig zu werden sondern darum den Prozess des Formens zu erleben und Raum zu lassen statt einer Endfassung zu jagen.
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#4
Vielleicht verwechselst du den Druck mit einer klaren Entscheidung und überlegst zu sehr wie es weitergehen könnte wenn du es jetzt zerbrichst.
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#5
Ich bleibe skeptisch und frage ob der Gedanke an ein Endprodukt wirklich die richtige Richtlinie ist oder ob die Vase vielleicht schon ihre eigene Richtung hat.
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#6
Vielleicht ist der Kern dass Kunst oft Prozess statt Produkt ist und Fertigkeit sich erst im Umgang mit Widerstand zeigt.
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#7
Was wenn du die Vase gar nicht fertig machst sondern den Prozess als Ziel wählst und damit eine neue Art von Ruhe findest?
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