Ich habe in letzter Zeit viel mit Aquarell gearbeitet und versucht, diese wässrigen, losen Effekte hinzubekommen, aber irgendwie wird alles immer schnell matschig und überladen. Ich liebe den Moment, wenn die Farben auf dem nassen Papier ineinanderfließen, aber ich kann diesen Punkt nie richtig kontrollieren. Vielleicht liegt es am Papier oder daran, wie viel Wasser ich verwende. Es fühlt sich an, als ob ich gegen das Medium arbeite, anstatt mit ihm.
Das Aquarell wirkt wie ein Gespräch mit dem Wasser und dem Papier. Wenn Farben ineinander fließen fühlt es sich ehrlich an auch wenn es matschig wirkt. Vielleicht geht es darum den Moment zu akzeptieren ihn nicht zu kontrollieren und weiter zu arbeiten statt zu stoppen.
Du hast recht Papierart und Wasserhaushalt prägen das Ergebnis. Wasser zieht Pigmente unterschiedlich stark an und der Untergrund bestimmt wie viel Auslauf es gibt. Dickes raues Papier kann das Bluten verlangsamen glattes Papier lässt es schneller laufen und zu stark aufgeweichte Flächen wirken unschärfer. Vielleicht hilft es die Balance zu finden wie viel Wasser im Papier bleibt und wie viel in der Farbe.
Ich dachte du willst eher Struktur statt Weichheit vielleicht geht es dir gar nicht um das fließen sondern um Kanten und den Mut zu stehen bleiben wenn Farben sich treffen. Manchmal hat das Matschige auch seinen Charme und eine andere Lesart des Mediums könnte lohnend sein statt dich selbst zu zwingen sauber zu arbeiten.
Was wenn der Reiz gar nicht im kontrollierten Ablauf liegt sondern im fließenden Rhythmus des Mediums Ein Konzept das man selten hört heißt pigmentbindung es geht darum wie Farbe und Wasser zusammenkommen ohne es zu erklären vielleicht ist es spannend darauf zu achten wie schnell sich Dinge verbinden und was passiert wenn man das Tempo variiert statt sofort eingreifen.