Ich stecke gerade in einem Projekt fest, wo ich eigentlich einen lebendigen, handgemachten Look für eine kurze Charakteranimation erreichen wollte. Jetzt sitze ich aber stundenlang da und bearbeite einzelne Keyframes von Hand, und es fühlt sich einfach nicht richtig an. Es wirkt so mühsam und steif, nicht wie die fließende Bewegung, die ich im Kopf hatte. Irgendwie fehlt da die Seele, obwohl ich doch genau das Gegenteil wollte. Vielleicht erwarte ich zu viel von der frame-by-frame Animation oder gehe einfach komplett falsch an die Sache ran.
Das klingt wirklich frustrierend. Die Seele einer Animation kommt oft durch den Atem der Figur und nicht durch perfektes Feilen an jedem Frame. Vielleicht hilft es dir, mal kurz Pause zu machen, drei grobe Bewegungen zu skizzieren und zu sehen wie sie zusammen wirken. Danach kannst du den Fluss viel organischer erleben als beim feilen am einzelnen Bild.
Vielleicht geht es eher um Timing als um perfekte Zwischenbilder. Teile die Bewegung in grobe Blöcke auf und teste wie eine einfache Kurve wirkt. Haltepunkte reichen oft aus und erst später feilst du die Übergänge an. So findest du den Flow ohne ständige Korrektur.
Du machst dir vielleicht zu viel Druck und glaubst frame by frame sei die einzige Option. Vielleicht ist es auch okay dass der Stil ein wenig unregelmäßig bleibt und dadurch die Seele in der Szene lebt. Manchmal reicht schon eine klare Haltung der Figur und ein paar unregelmäßige Bewegungen, damit es menschlich wirkt.
Warum muss fließen immer echt klingen, frage ich mich?
Vielleicht probierst du einen anderen Rahmen aus statt Realismus. Eine stakkatoartige Rhythmik mit kurzen Sprüngen kann die Szene spannender machen und der Seele Raum geben. Du könntest die Szene auch stärker stilisieren und weniger auf handgemachte Akzente setzen und doch den Charakter spürbar lassen.