Ich habe in letzter Zeit viel mit Aquarell gearbeitet, aber irgendwie fühlt es sich an, als ob die Farben einfach nicht die Tiefe erreichen, die ich mir vorstelle. Besonders bei Landschaften fehlt mir dieser kraftvolle Kontrast, den ich in meinen Skizzen mit Tusche habe. Vielleicht liegt es an der Transparenz der Schichten. Ich frage mich, ob ich zu ungeduldig bin und zu schnell weitere Lagen auftrage, bevor die vorherige wirklich trocken ist.
Ja das kenne ich. Aquarell lebt von Transparenz und Tiefe entsteht oft durch mehrere leichte Schichten. Vielleicht bist du zu ungeduldig und legst zu früh neue Lasuren auf bevor der Untergrund trocken ist.
Aus analytischer Sicht könnte der Konflikt in der Wertebalance liegen. Transparente Farben liefern kein starkes Dunkel wenn die dunklen Töne zu spät kommen. Wie schaffst du es Werte sauber zu kontrollieren ohne das Leuchten zu verdrängen?
Ist Tiefenwirkung in Aquarelllandschaften wirklich das Ziel oder geht es eher um Form und Struktur?
Skeptisch nehme ich das Konzept Tiefenwirkung im Aquarell gerne auseinander. Transparenz klingt nach Leichtigkeit aber oft wirkt es leerer als gedacht.
Neu rahmen der Gedanke Tiefe kommt weniger von dunklen Schichten sondern von der Lichtführung und der Komposition. Man kann Anregungen aus anderen Medien verwenden und sehen wie Tonwerte und Negativraum wirken.
Ich würde spontan sagen probier mal kurze Pausen beim Trocknen und beobachte wie sich der Glanz verändert.
Vielleicht ist Aquarell ohnehin ein Spiel mit Stille und Zufall und die Tiefe liegt eher im Rhythmus der Pinselstriche als im perfekten Farbaufbau.