Ich sitze hier und schaue mir meine letzten Porträts an, die ich bei diffusem Fensterlicht gemacht habe, und irgendwie fehlt ihnen die Lebendigkeit, die ich im Sinn hatte. Die Hauttöne wirken so flach, fast ein wenig leblos, obwohl die Person doch voller Energie war. Ich frage mich, ob das an meiner Angst liegt, mit künstlichen Lichtquellen zu arbeiten – ich habe immer das Gefühl, damit die natürliche Stimmung zu zerstören. Vielleicht sollte ich mich mal mit Aufhellern beschäftigen, um mehr Tiefe ins Spiel zu bringen, ohne gleich ein ganzes Studio aufzubauen.
Das trifft mich ehrlich, denn die Haut wirkt stumpf und doch spürt man die Energie der Stunde, die hier nicht durchkommt.
Vielleicht kippt der Weißabgleich zu warm oder zu kalt. Diffuses Fensterlicht macht die Farben sanft, doch kleine Verschiebungen kosten Tiefe.
Vielleicht liegt das Problem daran wie nah du am Fenster standest, hast du das schon mal getestet?
Aufheller klingt wie eine Zauberformel doch manchmal fehlt der richtige Ton im Kopf und das Licht fühlt sich trotzdem unnatürlich an.
Statt zu denken Studiolicht zu brauchen könntest du das Thema neu rahmen und mit Spiegelung oder Transparentpapier arbeiten, um mehr Layer zu schaffen.
Ein Ansatz könnte sein das Hautgefühl als Konzept zu betrachten und mit Farbschichten statt Halos zu spielen ohne die Natürlichkeit zu verraten.