Ich sitze gerade hier und denke über die letzte Elternversammlung an der Schule meiner Tochter nach. Die Lehrerin sprach davon, wie wichtig es sei, dass Kinder schon früh lernen, sich in einer Gruppe zu behaupten, ohne andere zu übergehen. Das hat mich irgendwie nicht losgelassen, weil ich genau das Gegenteil erlebe. In meinem Job wird immer nur der Lauteste gehört, und Zusammenarbeit besteht oft darin, die Ideen anderer geschickt als die eigenen zu verkaufen. Ich frage mich, ob wir da nicht alle eine grundlegende soziale Kompetenz verlernt haben, die man eigentlich in der Sandkiste lernen sollte.
Ich finde das Bild der Sandkastenlogik ambivalent. In der Schule soll man sich in der Gruppe behaupten doch im Alltag merke ich, dass oft der lauteste Ton zählt. Vielleicht ist soziale Kompetenz eine Fähigkeit, die man viel früher lernt als gedacht, indem man zuhört und dann doch eine eigene Idee platziert.
Die Idee bringt eine analytische Schicht hinein. Man könnte sagen, Gruppenprozesse funktionieren nicht einfach durch Regeln sondern durch Muster der Anerkennung und des Zuhörens. Soziale Kompetenz entsteht laut Forschung durch wiederholte Interaktion, nicht durch moralische Anordnungen. Welche Mechanismen passen besser in die Sandkiste als in den Klassenraum?
Vielleicht ist das mit dem Anspruch schon wieder nur ein Modewort. In meinem Job interessiert eher der praktische Teil einer Idee, wer sie zuerst gedacht hat, doch am Ende läuft es darauf hinaus, wer rhetorisch überzeugt. Skeptisch wirkt, dass man in der Theorie mehr Verantwortung sucht als in der Praxis dem Gegenüber wirklich zuzuhören.
Okay wir schauen mal von einer anderen Seite auf das Thema statt es zu bejahen. Was wenn es um Vertrauen geht statt darum jede Stimme um jeden Preis zu hören?