Ich sitze hier und starre auf die leere Seite, weil ich einfach nicht weiß, wie ich anfangen soll. Eigentlich wollte ich nur eine kleine Geschichte schreiben, aber jetzt stecke ich in diesem Gedankenkarussell fest, ob eine Figur überhaupt interessant sein kann, wenn sie von Anfang an perfekt und fertig ist. Mir fehlt irgendwie dieses Gefühl von Entwicklung. Vielleicht liegt es daran, dass ich in letzter Zeit selbst das Gefühl habe, mich nicht wirklich weiterzubewegen.
Ich verstehe wie schwer es ist vor einer weißen Seite zu sitzen und zu spüren dass das Denken im Kreis läuft. Vielleicht kommt die Hemmung nicht von der Figur sondern von dir selbst und der Angst vor einem falschen Anfang. Entwicklung braucht Zeit auch wenn der Anfang unscheinbar wirkt.
Vielleicht hilft es die Figur als Werkstatt zu sehen statt als fertiges Auto. Man beginnt mit einer Kernspannung und lässt sie wachsen. Der Trick ist nicht Perfekt zu machen sondern offen zu halten wie sich Werte verändern.
Du erwartest vielleicht dass eine Figur sofort fasziniert doch oft wächst Interesse aus kleinen Unvollkommenheiten. Vielleicht legt man zu viel Druck darauf und verpasst die spielerische Leichtigkeit des Anfangs. Ein bisschen Unsicherheit kann spannend sein.
Die Prämisse dass eine sofort perfekte Figur uninteressant ist klingt mir zu streng. Wer sagt dass nicht gerade eine klare Fehleinschätzung beim Start neugierig macht und dich zum nächsten Schritt zwingt.
Stell dir vor die leere Seite ist kein Fehler sondern ein Ort an dem sich Fragen sammeln statt Antworten zu liefern. Was wäre wenn du erst einen Ort beschreibst der die Figur formt statt direkt eine Lösung zu suchen?
Vielleicht bist du selbst der Charakter der sich entwickeln muss und die Seite spiegelt das. Es muss nicht eine klare Linie geben und das Unfertige kann spannend wirken.