Ich stehe gerade an einem Punkt, an dem ich mich frage, ob ich mit meiner Arbeit als Illustratorin für Verlage noch weiterkomme. Die Aufträge sind zwar da, aber sie fühlen sich immer gleich an und ich spüre diese innere Leere, wenn ich nur noch nach Vorgabe arbeite. Letztens habe ich zum ersten Mal eine freie künstlerische Arbeit für ein lokales Kulturprojekt gemacht und dabei gespürt, wie sehr mir diese Autonomie fehlt. Jetzt habe ich richtig Angst davor, in der reinen Auftragsarbeit stecken zu bleiben. Ich wünschte, ich hätte einen Plan, wie ich mehr von dieser selbstbestimmten Arbeit in meinen Alltag bringen könnte, ohne gleich alles über den Haufen zu werfen. Vielleicht geht es anderen hier ähnlich.
Du bist nicht allein mit diesem Gefühl der Leere wenn der Job nur Vorgaben folgt. Autonomie klingt verlockend und ich merke wie wichtig es ist dass deine Arbeit etwas eigenständiges trägt. Vielleicht reicht schon ein kleines Freiraumprojekt im Wochenrhythmus um die Luft zu holen. Die Frage ist nur wie viel Raum sich realistisch in deinen Alltag schieben lässt ohne dass die Aufträge leiden.
Aus einer analytischen Perspektive könnte man die Schritte in zwei Ebenen gliedern. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Projekte und der zweite eine Planung wie du freie Arbeiten integrierst. Dann eine Messgröße schaffen zum Beispiel zwei Stunden pro Woche die fest für eigenständige Arbeiten reserviert sind. Wenn du das regelmäßig tust merkst du schneller ob sich etwas verändert.
Vielleicht verstehst du Autonomie als völlige Unabhängigkeit. Aber womöglich geht es auch um Wahlmöglichkeiten im Rahmen deiner Rolle.
Skeptisch könnte man sagen dass der Markt dir kaum mehr Autonomie gönnt und trotzdem gibt es Gründe an der Idee festzuhalten.
Frisch gedacht könnte man das Thema neu rahmen als Kooperation statt Widerstand. Stell dir vor du arbeitest an einem langfristigen Kulturprojekt das deine Illustrationen mit den Vorstellungen des Publikums verbindet. Das bricht vielleicht das Muster von Auftragsarbeit und öffnet eine Tür zu wiederkehrenden autonomen Elementen.
Was würdest du heute in einem Tag der Autonomie ausprobieren ohne Rücksicht auf Vorgaben?