Ich stehe gerade an einem Punkt, an dem ich mich frage, ob ich mit meiner Arbeit als Illustratorin für Kinderbücher wirklich genug erreiche. Die Aufträge sind schön, aber sie fühlen sich oft wie reine Auftragsarbeit an, ohne dass ich selbst etwas bewegen könnte. Manchmal denke ich, dass ich mit meinen Bildern vielleicht mehr bewirken könnte, wenn ich sie direkt mit Menschen teile, die sie wirklich brauchen, statt nur über Verlage. Ich habe letztens von einem Projekt gehört, wo Künstler ihre Werke in Kinderkliniken gebracht haben, und das lässt mich nicht mehr los. Irgendwie fehlt mir diese direkte Resonanz und der Sinn.
Ich höre deinen Wunsch nach Wirkung hinter den Bildern. Es ist sinnvoll zu fragen ob die Arbeit in Verlagshäusern noch die volle Resonanz zulässt oder ob du mit kleinen Schritten direkt Menschen erreichst die von deinen Zeichnungen berührt werden. Die Vorstellung Bilder in Kliniken zu bringen klingt nach einer großen direkten Wirkung und zugleich nach einem Beitrag der dich als Person stärkt. Vielleicht steckt in dieser Richtung mehr Sinn als in einem klassischen Verlagvertrag der dich zwar sicher nährt aber nicht zwingend bewegt.
In dieser Perspektive könntest du dir eine Pilotphase vorstellen mit einem klaren Ziel und einem kleinen Team. Welche Formate ziehen mehr Aufmerksamkeit ein Bilderbücher als Wanderausstellungen im Wartezimmer oder interaktive Workshops mit Kindern und Eltern. Du müsstest Verträge klären Datenschutz und Einwilligungen und du könntest einen einfachen Plan machen der dir erlaubt zu prüfen wie viel Resonanz tatsächlich entsteht und was sich verändert wenn du diese Bilder auch direkt teilst.
Vielleicht nimmst du den Satz zu wörtlich und willst gleich jeden Verlag abschreiben um einfach in Kliniken aufzutauchen dabei könnte es auch um kleine Räume gehen in denen Bilder wirken ohne groß angekündigt zu werden.
Was wenn der Weg der direkten Begegnung sich als Sackgasse anfühlt und du dich fragst wo bleibt deine künstlerische Stimme dabei?
Vielleicht streift dich der Gedanke an Interventionskunst dort ab wo Bilder mehr als Bilder sind und Räume zum Nachdenken werden ohne dass eine klare Botschaft diktiert wird. Du kannst die Idee als Anker nehmen und eine Ausstellung in einem Wartezimmer als lebendigen Dialog verstehen statt einer fertigen Illustration. Die Praxis könnte spüren dass du Grenzen verschiebst.
Ich neige dazu zu sagen dass die Verlockung direkter Wirkung groß ist aber ich frage mich ob der Verlag nicht auch eine Brücke bauen kann zwischen Kunst und Alltag. Die Bilder geben Geschichten die lange nachhallen und manchmal ist eine stille Karte viel wirksamer als ein großes Projekt. Vielleicht reicht es zu fragen was wirklich zählt.