Manchmal frage ich mich, ob ich mit meinem Social Media Verhalten eigentlich noch echt bin. Letztens habe ich ein Foto von einem total durchschnittlichen Abendessen gepostet, nur weil ich dachte, es sieht „nach einem guten Leben“ aus. Dabei saß ich eigentlich nur müde und gestresst da. Diese ständige Selbstinszenierung fühlt sich mittlerweile wie eine zweite Arbeit an. Ich vermisse es, einfach mal etwas zu erleben, ohne sofort darüber nachzudenken, ob es sich teilen lässt. Wie geht ihr damit um, wenn ihr das Gefühl habt, dass euer digitales Ich sich von der Person im echten Leben entfernt?
Du bist nicht allein. Die Selbstinszenierung fühlt sich an wie eine zweite Pflicht und manchmal will man einfach nur leben statt posten. Vielleicht hilft es wenn du das nächste Mal merkst du bist müde das Handy beiseite legst und dir eine echte Pause gönnst. Nicht alles muss dokumentiert werden, manchmal reicht es einen Moment nur mit dir selbst zu haben.
Social Media polarisiert aber vielleicht geht es um Energie. Wenn du ständig kalkulierst wie etwas wirkt kostet dich das mehr als es dir gibt. Die digitale Identität wird aus Feedback gebaut daher spürst du den Abstand zur echten Person sobald der Akku des Tages leer ist. Ein analoges Journal oder bewusste Pausen abends könnten helfen ohne Erklärungen an die Welt.
Vielleicht geht es weniger darum wer du online bist sondern wer du fühlst wenn niemand hinschaut. Manchmal posten wir weil der Alltag zu flach wirkt aber hinter der Kulisse brennt der Stress. Die Lösung ist wahrscheinlich weniger eine neue Regel sondern eher eine Frage Welche Momente willst du wirklich festhalten und wofür Könnte es sein dass du die Kamera nicht mehr brauchst um andere zu verstehen wer du bist?
Vielleicht wirkt das wirklich übertrieben oder du tust so als wäre das Netz die größte Bühne. Vielleicht ist das nur ein Spiegel für dich der dir sagt was du schon längst wusstest. Wer weiß ob du wirklich weniger teilen musst oder ob du einfach mal den Ausschuss an hochwertigen Fotos wieder runterfährst.