Ich sitze hier und starre auf meinen Bildschirm, nachdem ich eine Dokumentation über die letzten nomadischen Gemeinschaften gesehen habe. Es hat mich irgendwie aus der Bahn geworfen. Ich lebe in einer kleinen Wohnung in der Stadt, mein ganzes Leben ist durchgetaktet von Terminen und To-Do-Listen. Aber seitdem frage ich mich, ob dieses ganze Streben nach immer mehr Besitz und Sicherheit nicht eigentlich eine Falle ist. Diese Idee eines Lebens im Hier und Jetzt, ohne den Ballast, den wir alle mit uns herumschleppen, lässt mich einfach nicht los. Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken, ob mein eigener Komfort mich unbewusst gefangen hält.
Es trifft dich wie ein Schlag, dieses Leuchten von Bildschirmen und die Frage, warum du so viel planst. Das Hier und Jetzt wirkt plötzlich wie ein Wurzelknoten, der sich in dein Hirn bohrt, und du spürst beides Neugier und Furcht.
Der Gedanke, dass Besitz eine Falle ist, klingt verführerisch, doch vielleicht ist es komplizierter. Sicherheit, Identität und Belohnungssysteme im Gehirn machen das Hier und Jetzt zu einer Gegenprobe, wenn du nicht weißt, was du stattdessen tust.
Ich glaube ich habe dich missverstanden, willst du weniger Dinge oder einfach nur weniger Verpflichtungen? Vielleicht geht es auch eher um mehr Pausen.
Zweifelst du wirklich an das System oder suchst du einfach einen Ausweg aus der Monotonie? Die Frage klingt nach Eskapismus, aber vielleicht steckt auch etwas Sinnvolles dahinter.
Statt ja oder nein zu Besitz zu sagen denke ich darüber nach Lebensformen neu zu denken und die Räume zwischen Arbeit Ruhe und Gemeinschaft zu ordnen. Vielleicht ist Nomadentum eine Metapher, nicht die Praxis.
Hier und Jetzt ist kein endgültiges Ziel, eher ein Kompass, der sich bewegt.
Du sitzt in der Wohnung, dein Geist wandert in eine Praxis die nie fertig wird, es ist okay unsicher zu sein, die Welt wächst weiter selbst wenn dein Kalender stehen bleibt, vielleicht sollst du nur einen kleinen Sprung wagen ohne zu wissen wohin