Ich sitze hier und starre auf mein viertes Kündigungsschreiben in zwei Jahren. Jedes Mal dachte ich, der nächste Job wäre der richtige, aber irgendwie lande ich immer wieder in Rollen, die mich innerlich komplett leer zurücklassen. Jetzt habe ich ein Angebot vorliegen, das finanziell wirklich gut ist, aber die Stelle fühlt sich genauso bedeutungslos an wie die letzten. Ich frage mich, ob ich einfach falsche Prioritäten setze und ob es überhaupt möglich ist, eine berufliche Erfüllung zu finden, die auch die Rechnungen bezahlt. Vielleicht geht es anderen hier ähnlich.
Du beschreibst eine Last die sich wiederholt anfühlt wie der gleiche Film in der Endlosschleife. Vier Kündigungen in zwei Jahren klingen hart und es ist verständlich dass du dich leer fühlst. Vielleicht geht es nicht darum den perfekten Job zu finden sondern darum eine Art von Erfüllung zu erkunden die nicht von der Rolle abhängt.
Erfüllung ist selten ein Endzustand eher ein Balanceakt zwischen persönlichen Werten und den Rahmenbedingungen. Ein gutes Gehalt kann flirten aber intrinsische Motivation bleibt oft der Anker. Prüfe ob die Aufgaben wirklich deine Neugier wecken oder ob es eher Gewohnheit ist die dich an Ort und Stelle hält.
Vielleicht verstehst du es falsch und die Idee von Sinn heißt einfach dass jede Tätigkeit eine Geschichte erzählt. Ich könnte mir vorstellen dass du dich in einer völlig anderen Rolle siehst Produzent statt Angestellter oder Freelancer statt fest angestellt nur weil das im Kopf progressiver klingt.
Was genau hat dich zuletzt an einer Aufgabe wirklich gefesselt und wie oft kommt das vor in deiner jetzigen Stelle?
Geben wir uns keine Illusionen hin. Ein Angebot mit viel Geld verschafft kein dauerhaftes Innenleben. Vielleicht ist die Idee dass Erfüllung im Job liegt eine Bequemlichkeitsgeschichte die dich davon abhält andere Quellen zu prüfen.
Vielleicht braucht es gar kein klares Ziel sondern eine neue Perspektive Räume schaffen in denen du dich mit Ideen auseinandersetzt die dich herausfordern egal wie groß der Lohn ist. Die Frage könnte lauten wie viel Kontrolle du über deinen Alltag willst statt über deinen Titel.