Ich stehe gerade vor einem Problem bei meiner Porträtserie und weiß nicht so recht weiter. Eigentlich wollte ich mit natürlichem Licht arbeiten, aber bei den letzten Aufnahmen in Innenräumen wirkten die Gesichter einfach nur flach und kraftlos. Jetzt habe ich mit einer einfachen LED-Panel angefangen, aber das Ergebnis fühlt sich so steril und aufgesetzt an. Ich frage mich, ob ich vielleicht zu viel Kontrolle haben will und dabei die Lebendigkeit verliere.
Ich merke wie Lebendigkeit manchmal unter künstlichem Licht verschwindet. Natürliches Licht hat eine Weichheit die sich langsam aufbaut und Gesichter modelliert. Vielleicht hilft ein leichter Gegenlichtakzent oder ein Reflektor um Konturen zu bewahren ohne die Szene zu krampfhaft sterilisieren
Aus optischer Sicht verändert eine LED Panel Lichttemperatur und Härte der Schatten. Ein Diffusor oder ein Reflektor kann das zu harte schöne Kanten weicher machen. Wichtig scheint mir dass die Balance zwischen Hell und Dunkel im Bild stimmt und die Hauttöne real bleiben
Vielleicht denke ich zu viel in Begriffe wie Lebendigkeit und vergesse dass das Problem nicht das Licht sondern der Rahmen ist. Wenn ich die Studioatmosphäre so perfekt kläre wirkt das Gesicht wie eine Statistik und nicht wie eine Person
Vielleicht ist der Anspruch zu hoch Wer sagt dass Lebendigkeit immer sichtbar sein muss
Was wäre wenn man das Thema neu rahmt und statt Gesichter zu modellieren die Szene erzählt Also eine Pose der Figur im Raum und Licht wird zum Erzähler
Ein kurzer Gedanke der mir kommt Wenn ich die Erwartungen der Zuschauer mitnehme oder befreie vielleicht entsteht doch mehr Leben im Bild auch wenn es unklar bleibt